Die richtigen Studio Monitore kaufen

Die wichtigste Investition in einem Tonstudio ist die Akustik des Raumes selbst, sowie die Lautsprecher. Diese werden Monitore genannt. Die beste Hardware, das beste Mikrofon und die besten Plug-Ins helfen nicht, wenn Du beim Musik produzieren, beim Mischen oder beim Mastern nicht hören kannst wie deine Musik eigentlich klingt, und nicht hören kannst was eigentlich passiert, wenn Du Einstellungen an deinen Effektgeräten vornimmst, deine Spuren ins Panorama setzt und Laustärkeverhältnisse vornehmen möchtest. Bevor du in teure Studiogeräte und Plug-Ins investierst, finde die passenden Studio Monitore für Dich:

Wähle keinen Lautsprecher, weil ihn jemand anderes nutzt

Vielleicht passt der Monitor nicht zur deiner Musik Genre. Es kann auch sein, dass die Monitore im Raum deines Kollegen gut klingen, aber mit deinem Raum, auch wenn dieser akustisch optimiert ist, nicht funktionieren. Auch der persönliche Geschmack spielt eine Rolle. Jeder Mensch hat ein etwas anderes Hörempfinden.

Wie weit werden die Lautsprecher von deinem Abhörplatz entfernt sein?

Wie weit sitzt du von deinen Lautsprechern weg? Je nach Entfernung gibt es verschiedene Modelle. Für Entfernungen bis ca. 2 Meter spricht man von Nahfeldmonitoren (Nearfield Monitor). Sitzt du weiter als 2 Meter von deinen Lautsprechern entfernt, empfehlen sich meisten Mittelfeldmonitore (Midfield Monitor).

Höre, bevor du kaufst

Bevor ein Profi ein Lautsprecher für sein Studio kauft, wird er diesen in der Regel auf Herz und Nieren prüfen und eine Vielzahl von Tests unterlaufen. Und dass möglichst im eigenen Studio. Warum solltest Du es also nicht tun?

Gehe in das Musikgeschäft deines Vertrauens und höre dir verschiedene Lautsprecher an, um eine Vorauswahl zu treffen. Hast Du dich entschieden kaufe oder bestelle deinen bzw. deine Favoriten. Stelle sicher, dass Du deine Lautsprecher beim Musikhändler innerhalb 30 Tage zurückgeben kannst. Denn aus Punkt 1 wissen wir, dass die Lautsprecher in deinem Raum ganz anders klingen können. Zudem hast Du so die Möglichkeit mehrere Lautsprecher bei dir in deiner Studioumgebung zu testen. Beim Testen im Musikhandel achte darauf, dass die Lautsprecher ordentlich aufgestellt sind. Sie sollten nicht in einer Ecke und mit gleichen Abständen zu den Wänden positioniert sein. Beim Vergleichen zu einem anderen Lautsprecherpaar, sollten diese genau neben den anderen Lautsprecherpaar stehen.

Nimmst du in deinem Studio neue Lautsprecher in Betrieb, beachte bitte, dass diese eine gewisse Einspielzeit benötigen, bis diese ihren vollen Klangcharakter entfalten können. Die genaue Dauer findest du meistens in der Betriebsanleitung.

Höre Musikstücke, welche Du extrem gut kennst. Versuche herauszuhören, ob bestimmte Frequenzen besonders betont werden oder nicht wirklich zur Geltung kommen. Achte vor allem auf die Frequenzbereiche bei 1 bis 3 kHz. Hier agiert bei 2-Wege-Lautsprecher oft die Frequenzweiche.

Höre die Lautsprecher in verschiedenen Lautstärken von ganz leise bis sehr laut. Dieser sollte möglichst bei jeder Lautstärke möglichst gleich klingen. Einige Lautsprecher lösen erst ab einer gewissen Lautstärke das Frequenzsprektrum richtig auf. Bei hoher Lautstärke sollte der Klang klar und definiert ohne Verzerrungen bleiben. Stelle zudem sicher, dass der Lautsprecher für deinen Raum laut genug ist. Ein Lautsprecher klingt in einem kleinen und unbehandelten Raum lauter, als in einem großen und / oder akustikoptimierten Raum.

Achte darauf, dass die Lautsprecher die Räumlichkeit gut abbilden. Sind die Instrumente klar positioniert, sowohl in der Breite, als auch in der Tiefenstaffelung? Wie bildet das Lautsprecherpaar die Phantommitte ab? Ein guter Lautsprecher sollte nicht nur links, rechts und Mitte abbilden, sondern auch alles, was dazwischen passiert. Genauso sollte ein guter Studiolautsprecher nicht nur abbilden, was im Vordergrund und im Hintergrund spiel, sondern auch gefächert in die tiefe auflösen (Tiefenstaffelung).

Es reicht nicht, dass ein Lautsprecher Sub Bässe wiedergeben kann. Gerade im Bassbereich ist es wichtig, dass der Tieftöner auch bei schnellen folgenden Bassdrums und 808s diese detailliert wiedergeben kann. Dazu ist die Impulstreue wichtig. Das heißt, dass der Membran möglichst schnell reagiert, sodass der Bassbereich straff und nicht schwammig klingt. Auch Mittel- und Hochtöner sollen Transienten in allen Frequenzlagen möglichst gut wiedergeben.

Deine Referenztitel mit denen du die Monitore bewertest, sollten möglichst in einem verlustfreien Format wie WAV oder AIFF vorliegen. Nutze keine MP3 Dateien, Spotify Streams oder YouTube zum Referenzhören.

Und noch einmal, weil es so wichtig ist: Kaufe keinen Lautsprecher, weil dein Idol oder eine Vielzahl anderer diese nutzen. Kaufe, beziehungsweise behalte diese nur, wenn Du dich vollkommen in diese Lautsprecher verliebt hast. Du wirst mit ihnen wahrscheinlich viele Stunden in deinem Leben verbringen.

Autor: André Masterati

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