DIY Promotion für Musiker Teil 1 – Vorbereitung, Pressemappe, Tools (Audiosteps x Spinnup)

Die zwei goldenen Regeln

1. Hab niemals Angst davor, Leute um Hilfe zu bitten. Es ist überraschend, wie weit man kommen kann, wenn man einfach mal nett fragt. Und gib dich nicht der Illusion hin, dass andere Künstler*innen alles auf einem Silbertablett serviert bekommen. Egal, ob du als Vorgruppe für ein Konzert in Erwägung ge- zogen werden möchtest oder jemanden um seine E-Mail-Adresse bittest: Schlimmer als ein ‚nein’ kann die Antwort ja nicht sein und auch damit lernt man im Laufe der Zeit umzugehen.

2. Persönliche Gespräche sollten nicht unterschätzt werden. Auch wenn du jemanden nur einmal triffst und ein bisschen Small-Talk betreibst, ist die Wahrscheinlich- keit, dass diese Person sich an dich erinnert und auf dein Anliegen reagiert ungleich höher, als wenn ihr euch noch nie zuvor persönlich getroffen habt und du ins Blaue hinein eine E-Mail schickst. Also – geh hinaus in die Welt und betreibe Networking! In den allermeisten Fällen macht das sogar Spaß.

Die ersten Schritte zur Selbstvermarktung

Du solltest dem Marketing genauso viel Beachtung schenken wie allen anderen Elementen deiner Musikkarriere. Werbung für sich selbst zu betreiben, kann für manche eher unangenehm sein, aber Öffentlichkeitsarbeit für deine Musik zu machen ist nichts, wofür man sich schämen muss. Alle etablierten Künstler*innen, die es heute zu etwas gebracht haben und sich eine große Fanbase aufbauen konnten, mussten bis zu einem gewissen Grad Eigenwerbung betreiben.

Wie schon gesagt wird heute mehr Musik denn je veröffentlicht, und es besteht eine große Nachfrage danach, von Musikexpert*innen gehört zu werden. Das gilt auch für die Artist & Repertoire Scouts (A&Rs) von Labels, die auf der Suche nach neuen Talenten sind.

Es gibt natürlich ein paar wenige Ausnahmen, aber im Grunde reicht es nicht aus, „nur“ mit ein paar guten Songs aufwarten zu können. Für die entscheidenden Personen in der Branche ist es wichtig zu sehen, dass du bereits eine Anhängerschaft hast oder für einen gewissen Hype sorgst. Labels wollen, dass du über eine wachsende Fanbase verfügst und aktiv daran mitarbeitest, dass diese sich vergrößert. Radio-Redaktionen und Playlister erwarten sich, dass Online- Kostproben von dir für Aufregung sorgen.

Bis du dir dein eigenes PR- und Promo-Team leisten kannst, musst du dich also eine ganze Zeit lang alleine darum kümmern, dass etwas mit deinen Veröffentlichungen passiert.

Positionierung und Ansprache

Es ist wichtig, Wege zur Selbstvermarktung zu finden, bei denen du dich wohlfühlst. Nicht jede*r will zum Beispiel jeden einzelnen Augenblick seines Lebens auf Social-Media-Kanälen mit anderen teilen, und das ist auch okay so. Es geht darum, herauszufinden, wie du deine Präsenz sicherstellen und deine Musik promoten kannst, ohne dich dabei in eine Richtung zu verbiegen, die deiner musikalischen, inhaltlichen oder persönlichen Überzeugung widerspricht.

Zu Beginn solltest du daher erstmal festlegen, wo möchtest du dich in der Musiklandschaft positionieren.

Schreibe deine Antworten zu den folgenden Fragen auf:

  • Mit welchen anderen Künstlern vergleichst du dich oder möchtest du verglichen werden? – Bei welchen Festivals und in welchen Venues möchtest du spielen?
  • In welchen Publikationen, auf welchen Websites und Blogs möchtest du erwähnt werden? – Bei welchem Label möchtest du irgendwann unter Vertrag stehen?

Je klarer du diese Fragen beantworten kannst, desto gezielter lassen sich deine Promo- und Werbeaktivitäten planen.

“Am besten bist du einfach du selbst. Sei natürlich und lass deine Persönlichkeit durchscheinen.”

Sobald du dir auf die oben genannten Fragen ausführliche Notizen gemacht hast, geht es darum, die richtige Ansprache für deine Kommunikation mit den Fans, aber auch gegenüber Redaktionen zu finden – also für deine Social-Media-Kanäle, deinen E-Mail-Newsletter, deine Website und selbstverständlich auch in den E-Mails, die du an Redakteur*innen verschickst.

Am besten bist du einfach du selbst. Sei natürlich und lass deine Persönlichkeit durchscheinen, denn es ist für Fans einfacher, sich mit jemandem zu identifizieren, der ehrlich und unverfälscht rüberkommt. Wenn du eher der schüchterne Typ bist und dich lieber über deine Musik ausdrückst, dann ist das auch okay – es gibt auch zurückhaltende Arten, einen Post zu verfassen. Du musst nicht dein Innerstes nach außen kehren und

Fotos von jedem Moment deines Lebens posten. Es gibt diverse andere Arten, eine Verbindung zu deinem Publikum herzustellen und deinen Fans Einblick in deine Welt zu verschaffen. Schreib zum Beispiel Posts über deine musikalischen Einflüsse oder Musik, die dich derzeit inspiriert, Themen, die dich abseits der Musik bewegen oder berichte von Ereignissen wie dem letzten Konzert, der letzten Studio-Session oder dem Radio-Interview, das du bereits gegeben hast.

Egal, was du tust – das Wichtigste ist, immer deine neueste Musik und deine Gigs zu promoten und einen Weg zu finden, um fortlaufend mit deinem Publikum in Kontakt zu bleiben. Ausführliche Infos hierzu findest du weiter unten.

Recherchen

Du solltest dich kontinuierlich über die Szene, in der du dich bewegen möchtest, und über die Musikbranche generell informieren. Getreu dem Motto „know your history“ solltest du einen groben Überblick darüber haben, wie sich die Musikgeschichte und die Dinge drumherum zu dem entwickelt haben, was sie heute sind und in welche Richtung sie sich weiterentwickeln, speziell natürlich in dem Genre, in dem du dich bewegst.

Es gibt tausende Bücher, kostenlose Artikel und Podcasts, mit deren Hilfe du mehr darüber erfahren kannst, wie du am besten Eigenwerbung betreibst, wie es andere vor dir gemacht haben, und wie du dir deinen Weg in der Musikbranche bahnen kannst. Je mehr Hintergrundwissen über Mechanismen und Zusammenhänge du dir erarbeitest, desto besser wird deine eigene Kampagne funktionieren können. Außerdem ist es wichtig, die ständigen Veränderungen von Social-Media und Online-Marketingmöglichkeiten zu beobachten.

Es gibt tolle Ressourcen, die dir dabei helfen, wie zum Beispiel:

‘How Music Works’ – Das englischsprachige Standardwerk von Talking-Heads-Legende David Byrne ist ein Muss für jede*n aufstrebende*n Musiker*in.

Red Bull Music Academy: Couch Wisdom podcast – Eine tolle Sammlung von ausführlichen Interviews mit einigen der größten Stars der Musikszene, in denen sie berichten, wie sie den Durchbruch geschafft haben – von Björk bis hin zu Drake-Producer Boi-1da (Englisch).

Complete Music Update – Ein täglicher E-Mail- Newsletter für die Musikbranche (Englisch).

Musikwoche – die erste Anlaufstelle für dich, wenn du die neuesten News aus der Branche auf Deutsch lesen möchtest. Der tägliche Newsletter ist kostenlos.

Allfacebook – der Name ist insofern ein bisschen irreführend, weil du dort nicht nur hilfreiche Tipps und News über neue Funktionen bei Facebook bekommst, sondern glücklicherweise auch für Instagram (auf Deutsch).

 

Electronic Press Kit

Gute Promotion beginnt mit einem umfassenden Electronic Press Kit (EPK), also einer digitalen Pressemappe. Diese sollte wahlweise die Form eines Downloadlinks oder eines PDFs mit anklickbaren Links haben, damit du sie an die Presse, an Blog-Redaktionen, Promoter*innen und Labels schicken kannst. Folgendes sollte darin enthalten sein:

  • Deine Künstlerbiografie;
  • Fotos von dir/deiner Band und Logos (wenn du welche hast) in hoher Bildauflösung;
  • Links zu deinen Social-Media-Kanälen sowie zu deiner Musik und Videos;
  • und gegebenenfalls Artikel/Pressestimmen zu dir oder deinem Projekt.

Deine Presseinfo sollte dem Empfänger einen guten Überblick über dich bieten und sein Interesse an dir wecken. Und vergiss nicht, deine Kontaktdetails in deiner Biografie anzugeben, damit man dich bei Interesse auf verschiedenen Wegen kontaktieren kann!Wenn dir das Schreiben liegt, kannst du deine eigene Biografie ruhig selbst verfassen. Es kann allerdings ein bisschen eigenartig sein, über dich selbst zu schreiben, aber du kennst dich schließlich selbst am besten. Vielleicht hast du aber auch Freund*innen mit einem gewissen Schreibtalent?

Das Gleiche gilt für Fotos. Letztendlich handelt es sich hier um eine gute Investition; sie sind später auf all deinen Social-Media-Kanälen und in Presseartikeln über dich oder deine Band präsent – wenn du also dafür zahlen musst, dann ist es das auch wert. Allerdings solltest du dich zuerst nach Fotograf*innen umsehen, deren ästhetischer Stil dich anspricht und welcher zu deinem Projekt passt. Im Idealfall hast du anschließend 5-10 gute Fotos in verschiedenen Variationen und Formaten (Quer- oder Hochformat, für Social-Media-Kanäle auch quadratisch zugeschnitten). Schlichte und klare Fotos eignen sich am besten. Wenn du lieber künstlerische Bilder haben möchtest, dann stelle sicher, dass du zusätzlich dazu auch ein paar neutralere hast – gerade für Zeitungsartikel kann das sehr von Vorteil sein.

Erstelle einen klar beschrifteten Ordner auf deinem Computer, speichere alle (ebenfalls klar beschrifteten) Inhalte, also Bio, Fotos, Pressetexte, Links zu Musik und Videos darin ab und lade die Datei entweder so wie sie ist oder als komprimierte .zip-Datei auf Dropbox, Google Drive oder eine ähnliche Plattform hoch. Nutze einen Kurz-URL-Dienst wie bit.ly um einen individuellen, einprägsamen Link zu erstellen, zum Beispiel bit.ly/meinbandname_EPK.

Auch wenn du dir nicht sicher bist, ob du genügend Zeit haben wirst, regelmäßig auf den wichtigsten Social-Media-Plattformen zu posten, solltest du trotzdem deinen bevorzugten Benutzernamen für jeden Kanal einrichten, die Profilseite ausfüllen, ein Foto hochladen usw., damit du zumindest überall auffindbar bist. Dies ist nicht zuletzt auch für die Ergebnisseite bei Google wichtig, wenn Leute nach deinem Künstlernamen suchen. Konzentriere dich auf die wichtigsten Kanäle wie Instagram, Facebook, Twitter, Youtube und Soundcloud. Je nach Genre und Ausrichtung sind die einen Plattformen relevanter als die anderen – recherchiere also, wo deine favourite Artists und die, mit denen du dich persönlich und musikalisch identifizierst, ihre meisten Fans versammeln.

Um deine Zeit und deinen Aufwand für Social Media sinnvoll einzuteilen, kannst du deinen Lieblingskanal wählen, für den du den Großteil deiner Energie aufwenden möchtest. Am besten legst du diesen fest, indem du dir die Frage stellst: „Wenn ich nur Follower auf einem einzigen Kanal haben könnte, welcher wäre das?“

Tools

Es gibt viele nützliche Plattformen, Websites und Apps, mit denen es wesentlich einfacher und effizienter ist, deine Online-Präsenz zu verwalten.

Hootsuite und Tweetdeck sind toll, um Posts auf Instagram und Twitter im Voraus zu planen.

Canva ist eine Web-App zum Designen von raffinierter Artwork jeglicher Art, auch zum Beispiel für Standbilder bei Youtube-Videos. Sie bietet eine Menge toller Vorlagen und Schriftarten (allerdings ist die mobile Version nicht sehr benutzerfreundlich).

Mit Sounds kannst du kostenlos und im Handumdrehen 15-Sekunden-Clips von Uploads auf YouTube, Spotify und SoundCloud erstellen und diese zum Hochladen auf deinem Handy speichern.

Mit Hypeddit kannst du sogenannte „Fan-Gates“ erstellen, auf denen User bestimmte Dinge tun müssen, um einen deiner Tracks kostenlos herunterzuladen, wie z. B. dein Follower werden oder deinen Track weiterposten. Auf Bandcamp kannst du im Tausch gegen E-Mail-Adressen ebenfalls kostenlose Tracks zum Download anbieten.

Bit.ly ist ein kostenloser Kurz-URL-Dienst, über den du eindeutige und prägnante URLs erstellen kannst, mit deren Hilfe du nachverfolgen kannst, welche deiner Aktivitäten und Kanäle die meisten Klicks bekommen.

Mithilfe von Linkfire und ToneDen kannst du einen Link zu einer Landingpage erstellen, die wiederum Links zu unterschiedlichen Plattformen enthält, auf denen deine Musik verfügbar ist. Das bedeutet, dass du am Tag der Veröffentlichung eines Tracks nur einen einzigen Link auf Social Media teilen musst anstatt alle Links von Spotify, Apple Music, Deezer und anderen in deinem Post aufzulisten. Interessierte und Fans landen dann auf einer übersichtlichen Seite, auf der sie ihre bevorzugte Streaming-Plattform auswählen können.

Songkick und Bandsintown sind die führenden Online-Veranstaltungskalender, die die Konzerttermine, die du hinzufügst, an Dutzende von anderen Websites weiterleiten. Beide Dienste stellen dir Widgets zur Verfügung, die du auf deiner Website und deinen Social-Media- Kanälen installieren kannst, damit du nicht mehrere Stellen gleichzeitig mit deinen Tourdaten aktualisieren musst. Songkick bietet zudem eine Integration deiner Live-Dates in dein Spotify- Artistprofil via Songkick Tourbox.

Squarespace ist der beste Service zum Designen deiner eigenen, smarten Website. Es gibt billigere Optionen, aber diese hier ist unserer Meinung nach eine der unkompliziertesten und benutzerfreundlichsten auf dem Markt.

Mailchimp hat sich zum Branchenführer entwickelt, wenn es um das Versenden von professionell wirkenden E-Mail-Newslettern geht. Der Service bietet zahlreiche leistungsstarke Optionen zur Optimierung deiner Info-Mails.

Zu Teil 2 ( Social Media & Pressearbeit)

Kompletten Leitfaden hier kostenlos als PDF herunterladen. 

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Author: Dieser Artikel wird präsentiert von Spinnup – Dein Digital Musikvertrieb by Universal Music Group

 

 

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