EQ Basics Tutorial #2 Frequenzen & Parameter eines Equalizer

Nachdem wir im ersten Teil verschiedene Filtertypen und Bauarten eines Equalizers gezeigt haben, erörtern wir in diesem Teil allgemeines zu Frequenzen und im Anschluss welche Parameter an einem EQ zu finden sind.

Frequenzen

Um einen Equalizer richtig einzustellen, ist es sinnvoll zu wissen welche Klangeigenschaften einzelne Frequenzbereiche mit sich bringen. Das Frequenzspektrum wird aufgeteilt in Bässe, Mitten und Höhen. 

Subbässe liegen in einem Bereich von 20 – 60 Hz. Diese Frequenzen liegen im Grenzbereich des menschlichen Hörvermögens und werden darum größtenteils nur gespürt und nicht gehört. Der Bassbereich liegt bei 60 –  250 Hz. Dies ist der Druckbereich. Wenn dieser überbetont ist, nehmen wir es als Dröhnen wahr. 

Darüber befinden sich die unteren Mitten. Sie decken einen Frequenzbereich von 250 – 500 Hz ab und sorgen im richtigen Maß für Wärme. Zu viel des Guten lässt das Signal matschig wirken.

Der Mittenbereich von 500 Hz bis 2 kHz ist von entscheidender Bedeutung, da er das Ausmaß bestimmt, in dem ein Instrument im Vordergrund Ihres Mix steht.

Um einen Song knackig erscheinen zu lassen, muss der richtige Energiegehalt im Bereich der oberen Mitten (2 – 5 kHz) gefunden werden. Ist in diesem Frequenzbereich zu wenig vorhanden, klingt das Material lasch. Falls sich dort zu viel abspielt, hört sich der Track aufdringlich an. 

Viele Obertöne, S-Laute oder Becken liegen bei 5 – 10 kHz (untere Höhen). Es ist wichtig die richtige Balance zu finden, weil wir den Song sonst als zu scharf oder dumpf wahrnehmen. 

Die oberen Höhen befinden sich oberhalb von 10 kHz und gehen hoch bis 20 kHz. Auch hier erscheint uns der Song zu dumpf, wenn zu wenig Energie in diesem Bereich vorhanden ist; Zu viel davon klingt zischelig. 

Bei einem modernen SSL-EQ liegt das Bassband in einem Frequenzbereich von 30 bis 450 Hz; das Tiefmitten Band von 200 Hz bis 2,5 kHz; das Hochmitten Band von 600 Hz bis 7 kHz und das Höhenband 1,5 bis 16 kHz.

Der parametrische Equalizer

Parametrische Equalizer lassen sich in zwei Gruppen aufteilen. Dabei wird zwischen einem vollparametrischen und einem semiparametrischen EQ unterschieden. Während man beim semiparametrischen Equalizer nur die Regler „Gain“ und „Frequenz“ findet, kann man bei einem vollparametrischen zusätzlich noch die Filtergüte, auch Bandbreite oder Quality (Q-Faktor) genannt, einstellen. 

Gain 

Der Gainregler bewirkt eine Lautstärkenänderung des ausgewählten Bandes um den eingestellten Wert, der in dB angegeben wird. Die meisten analogen EQs arbeiten mit einer maximalen Pegeländerung von +/- 12 oder 15 dB, digitale auch bis +/- 24 oder 30 dB.

Frequenz

Bei einem Low- bzw. High-Cut spricht man hier von der „Grenzfrequenz“. Diese gibt die Frequenz an, bei der bereits um 3dB abgesenkt wird. 

Wenn der Begriff „Frequenz“ in Zusammenhang mit einem Bell-EQ fällt, ist hier die „Centerfrequenz“ gemeint. Diese gibt an, bei welcher Frequenz angehoben oder abgesenkt werden soll. 

Das Frequenzspektrum von einem Equalizer reicht von meist von 20Hz – 20kHz. Einige decken auch noch Frequenzen ober- und unterhalb ab und gehen somit in den nicht mehr hörbaren Bereich. Equalizer können frei einsetzbare Frequenzen, eingestellte Frequenzbereiche oder fest vorgegebene Frequenzen haben.

Bandbreite

Die Breite eines Equalizer-Bandes lässt sich mit der Bandbreite bzw. der Quality einstellen. Während eine hohe Bandbreite auch ein breites Band erzeugt, ist es beim Q-Faktor genau anders herum – Je höher der eingestellte Wert, desto schmaler das Band. Einige Equalizer bieten auch die Möglichkeit das Band zu schmälern je höher der Gain geregelt wird. Dies nennt sich dann „proportional Q“. 

Eine etwas besondere Funktion hat die Bandbreite bei einem Shelf-EQ. Macht man z.B. eine Höhenanhebung mit einem Shelf-EQ und dreht den Q-Faktor hoch, kommt es zu einer Absenkung vor der Grenzfrequenz mit anschließendem Shelf-Boost. 

Um eine Bearbeitung mit dem Equalizer möglichst natürlich klingen zu lassen, stellt man ihn so ein, dass breitbandig angehoben und schmalbandig abgesenkt wird. Störfrequenzen werden meist mit einem sehr hohen Q-Faktor herausgefiltert. Dies sollten aber nur Anhaltspunkte sein.

Flankensteilheit 

Meistens können die oberen und unteren Bänder umgeschaltet werden zwischen den Filtertypen Bell und Shelf. Sofern kein extra Lowcut/ Highcut vorhanden ist, besteht bei digitalen EQs auch diese Option. Bei Shelf- und Cut-Bändern kann oft die Flankensteilheit eingestellt werden, die typischer Weise bei 6, 12, 24, 36 dB pro Oktave liegt. Selten gibt es auch Brickwall-Filter, die unter- bzw. oberhalb ihrer eingestellten Frequenz alles abschneiden. Bei einem Q-Faktor >1 gibt es an der Grenzfrequenz eine Anhebung mit anschließendem Cut. 

Kanalauswahl 

Bei einigen EQs kann ausgewählt werden welchen Teil vom Signal man bearbeiten möchte. In der Default-Einstellung bearbeitet man meistens das komplette Signal. Weitere Optionen, die möglich sein können, sind „M/S“ (Mono/Difference) oder „L/R“ (Linke Seite/Rechte Seite). Bei der „M/S“-Variante wird das Monosignal von der Differenz zwischen dem linken und rechten Kanal aufgesplittet und im „L/R“-Modus werden die beiden Seiten eines Stereosignals getrennt voneinander bearbeitet.

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