Panorama Workshop #3 – Der Weg zu Stereo und Big Mono

Der Weg zu Stereo und Big Mono – Etwas Geschichte.

Drei Bereiche des Panoramas ziehen im Mix die meiste Aufmerksamkeit: Mitte, extrem links und extrem rechts. Die Mitte erscheint auch logisch. Denn hier werden in der Regel die aussagekräftigsten Elemente eines Mixes platziert, wie Lead Vocal, Kickdrum, Snare und Bass. Es ist musikalisch sinnvoll Kick und Bass in die Mitte zu platzieren, doch stammt diese Methode ursprünglich aus der Ära der Vinylplatte. Als Stereo Mitt der 1960er Jahre populär wurde, war es Standard die meisten Instrumente der Band nach links zu pannen, während die Vocals nach rechts positioniert wurden. Heute kaum vorstellbar! Der Grund war, dass Stereo noch so neu war, dass die Recording- und Mixing-Techniken für dieses Format noch nicht in den Studios verbreitet waren, bzw. die Entwicklung noch sehr eingeschränkt war. Die meisten Mixingkonsolen hatten noch keinen Pan Potentiometer. Stattdessen einen Dreifach-Schalter, um einen Track hart nach links, hart nach rechts oder beides (also Mitte) zu platzieren. Bei manchen Konsolen wie die legendäre Abbey Road REDD waren die Kanäle entweder nach links oder nach rechts fest eingestellt. Die Ungleichmäßigkeit tieffrequenter Energie durch dieses Panorama-Verfahren führte dazu, dass bei einer Schallplatte häufig die Rillenwand durchbrach. Um dies zu vermeiden, entschied man sich später immer öfter dafür im Mix, Instrumente mit tieffrequenten Anteil, wie Bass und Kickdrum in die Mitte zu positionieren, um einen Ausgleich zu schaffen. Zudem wurde während des Schneideprozesses beim Herstellen einer Vinyl ein elliptischer EQ eingesetzt, um tiefe Frequenzen sicher in die Mitte zu bewegen, falls sich doch mal was links und rechts befand. Dieser Prozess ist übrigens auch der Anfang des Mastering.

In den 1970er Jahren kamen immer mehr Pseudostereo-Quellen wie Keyboards und stereofon ausgelegte Effekte zum Einsatz. So begannen die Mixing Engineers ohne groß zu überlegen, diese Instrumente hart nach links und hart nach rechts zu pannen, um diese noch größer und breiter klingen zu lassen. Plötzlich klangen die Songs riesig. Doch dieser Trend führte nach kurzer Zeit zum Problem. Fast alle Keyboard und Effekgeräte, welche einen Stereoausgang besaßen (viele nur psychoakustisch). Jetzt war die Versuchung alle diese Instrumente hart nach links und rechts, also übereinander zu positionieren. Das Ergebnis ist als “BIG MONO” bekannt.

BIG MONO ist ein Phänomen, dass eine Aufnahme mit zahlreichen Pseudo-Stereo-Quellen charakterisiert, die alle extrem links und rechts platziert sind. Dies stellt kein wirkliches Panorama dar, weil sich alle Signale an den extremen Panoramaecken befinden. Darüber hinaus raubt man der Aufnahme Definition und Tiefe, denn alle Tracks liegen übereinander.

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