Pegelmessgeräte im Einsatz: Das VU-Meter

Im Recording, Mixing und Mastering sind die Ohren die wichtigsten Instrumente. Aber sie reichen nicht alleine aus! Um eine Aufnahme, einen Mixdown oder ein Master sowie Einzelsignale zu überprüfen und zu bewerten, sind Pegelmessgeräte unerlässlich. Hier können Pegel überprüft werden, die das Gehör teilweise nicht wahrnimmt. Zuletzt müssen wir uns auch an Pegelnormen und Vorschriften halten, die wir alleine durch unsere Ohren nicht überprüfen könnten. Hier helfen Pegelmessgeräte, diese Normen im Blick zu behalten.

Das einfachste Pegelmessgerät ist dabei das VU-Meter (Hier das VU-Meter von Studio One).

Ein VU-Meter zeigt grob die empfundene Lautstärke an. Das VU-Meter misst dabei den Gleichrichtwert mit einer leichten Tendenz zum Effektivwert. Die Darstellung erfolgt dabei über die logarithmische Beschriftung der Skala. Je lauter das Signal, desto genauer wird die Darstellung. Typischerweise werden Pegel zwischen -20 und + 6 VU dargestellt. VU-Meter reagieren langsamer als Peak-Meter, mit dem man kurze bzw. schnelle Signalspitzen besser darstellen kann. Viele VU-Meter-Plugins haben aber heute die Möglichkeit die Empfindlichkeit oder die Reaktionszeit zu verändern.

Warum ist dies interessant für uns?

Die Lautheitsdynamik eines Songs oder Signals kann mit Hilfe eines VU-Meters dargestellt werden. Die Dynamik ist dabei die Schwankung zwischen kleinster und größter (gemessenen) Lautstärke – also die wahrgenommene Programmdynamik. Klassische Stücke, Jazz etc. sind dabei häufig sehr dynamisch. Auch Filmmusik zeichnet sich durch einen großen Dynamikumfang aus. Weniger dynamisch sind aktuelle Pop oder EDM-Produktionen.
Bleibt die Nadel während des Abspielens in einem kleinen Bereich, also macht keine großen Sprünge, liegt ein wenig dynamisches Signal vor. Springt die Nadel jedoch wild hin und her – tanzt zwischen kleinen und großen Werten, liegt eine große Dynamik des Signals vor. So könntet ihr beispielsweise durch das Schalten des VU-Meters hinter einem Kompressor überprüfen, inwieweit dieser die Dynamik eingrenzt. Auch Verhältnisse zwischen Signalen lassen sich gut mit einem VU-Meter bestimmen: So kann das Lautstärkenverhältnis zwischen einer Bassdrum und einer Bassgitarre recht gut mit einem VU-Meter eingestellt werden: Das Bassdrumsignal wird so ausgesteuert, dass es einen maximalen Pegelausschlag von -3 VU anzeigt. Durch Hinzumischen des Basssignals versucht man nun einen Wert um 0 VU zu erreichen, wenn beide Signale gleichzeitig erklingen. Häufig findet man so ein ganz gutes Ausgangsverhältnis für beide Signale.

Beim Erstellen einer Songreihenfolge kann euch das VU-Meter dabei helfen, große Laustärkenunterschiede oder Sprünge zwischen Songs zu ermitteln. Ihr möchtet ja spätestens im Mastering verhindern, dass Songs unterschiedlich Laut wahrgenommen werden. Titelenden und -anfänge können so gut aufeinander eingepegelt werden. Auch DJ-Mixe können vom Einsatz des VU-Meters profitieren 😉 Beim Crossfade zwischen zwei Stücken, sollte der Pegel nicht plötzlich springen oder deutlich lauter werden.

Im Mastering kann das VU-Meter unter Hinzunahme eines Peak-Meters dazu genutzt werden, einen Song so laut wie möglich auf ein Medium zu bekommen (Begrenzt durch Dynamik des Mediums oder durch angesprochene Normen). Dazu kann man durch Limiting und Kompression versuchen, den Wert der VU-Anzeige an den des Peak-Meters heranzuführen.

Wir werden euch in naher Zukunft einige Kniffe und Tricks in unseren Quicktipps als Tutorial bereitstellen.

Links:

MvMeter2 (Free VST / AU)

SleepyTime VU Meter (Free VST / AU)

Author: Birger Nießen

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