Planen deines ersten Live Gigs (Audiosteps x Spinnup)

Planen deines ersten Gigs

Nehmen wir mal an, dass du für deinen ersten Live-Auftritt von einem kleinen Club gebucht wurdest (wir werden später noch ein wenig über das Booking deiner eigenen Gigs sprechen). Wie schon das alte Sprichwort sagt: „Übung macht den Meister.“
Deine Band und du solltet jedes Konzert als echte Chance sehen und euch so gut es geht darauf vorbereiten, um einen bleibenden, positiven Eindruck bei Fans, Veranstalter*innen und Booking Agents zu hinterlassen.

Proben

Für einen Live-Auftritt solltest du dich durch regelmäßiges Proben vorbereiten, am besten in einem Proberaum, in dem du dich wohl fühlst. Wenn du Singer/Songwriter*in bist und rein akustische Musik machst, dann brauchst du unter Umständen gar keinen eigenen Prober-aum, sondern kannst zum Beispiel auch zu Hause üben. Trittst du allerdings mit anderen Musik-er*innen auf, kommst du meistens nicht drum herum, dir einen Ort zu suchen, an dem man konzentriert arbeiten kann und auch mal lauter sein darf. Egal ob es die Garage der Eltern, ein Clubraum oder ein Studio-Proberaum ist: finde einen Ort, zu dem du im Vorfeld deiner Konzerte regelmäßig Zugang hast und so oft wie möglich proben kannst. Jedes Mal, wenn du neue Songs geschrieben hast, die deine Band neu einstudieren muss, solltest du ohnehin Probe-Sessions einplanen. Freie Proberäume findest du in deiner Stadt zum Beispiel online bei der Proberaum-Auskunft oder unter den Aushängen am schwarzen Brett deiner Musikschule. Höre dich auch bei Bands und Musiker*innen in deiner Stadt um und frag sie, wo sie fündig geworden sind. Oft kann man sich auch einen Proberaum mit anderen Musikmachenden teilen und so die Kosten für alle reduzieren. Wenn du in Berlin und Umgebung zu Hause bist – lucky you: vor Kurzem haben hier die Pirate Studios ihre Pforten geöffnet, die wir dir nur wärmstens empfehlen können! Für eure Live-Auftritte solltet ihr eine Setlist vorbereiten, also eine Reihenfolge festlegen, in der die Songs nachher auf der Bühne performt werden. Eure Proben sind die perfekte Gele-genheit, diese Setlist zusammenzustellen. Als Kriterien für die Reihenfolge der Songs ist unter anderem wichtig, welche Instrumentenwechsel ihr in der Zwischenzeit habt (muss zum Beispiel die andere Gitarre für den nächsten Song noch gestimmt werden), welche schnelleren Songs auf die zuvor langsameren passen oder ob Tracks thematisch zusammenhängen. Versucht, einen Spannungsbogen aufzubauen – beginnt zum Beispiel mit einem bekannteren Song von euch, den schon einige Fans mitsingen können, stellt dann zwischendrin neue Tracks vor, die sich wiederum mit älteren abwechseln und beendet euren Auftritt mit der neuen Single.

Es ist gut, Setlists in unterschiedlicher Länge vorzubereiten, damit ihr auf jede Art von Gig vor-bereitet seid, egal ob ihr 30 Minuten als Vorband spielt, ein 15-minütiges Showcase präsentiert oder einen einstündigen Auftritt als Hauptact habt.
Wenn du lieber spontan entscheidest, welchen Song ihr als Nächstes spielen möchtet, dann ist das auch okay – vorausgesetzt, deine Bandmitglieder können genauso spontan auf mögli-che Änderungen reagieren. Wenn du schon ein größeres Repertoire mitbringst, überlege dir auch gleich schon, welchen Song du als Zugabe spielen könntest – vorausgesetzt, dein Publikum verlangt nach mehr! 😉

Promoten deines Gigs

Standup-Comedians versuchen normalerweise bei ihren ersten Auftritten die vordersten Reihen mit Freund*innen und Familienmitgliedern zu füllen, damit garantiert ein paar Leute lachen. Lachen steckt an, und so verhält es sich meist auch mit dem Applaus bei deinen Konzerten. Eine gute Grundstimmung im Publikum und eine solide Applaus-Basis deiner Bekannten wird unter Umständen auch neue Leute im Publikum, die mit deiner Musik noch nicht so vertraut sind, zum Jubel animieren. Also lade unbedingt auch deine Familie und deine engsten Freund*innen zu deinem Konzert ein. Ihre Gegenwart wird dir helfen, deine Nerven zu beru-higen. Wenn Familienmitglieder im Publikum allerdings die gegenteilige Wirkung auf dich ha-ben und der Blick in ihre Gesichter dich eher noch nervöser macht als du es ohnehin schon bist, dann bitte sie besser vorab, während des Auftritts weiter hinten zu stehen. Als Nächstes solltest du deine Follower und Fans über deinen Gig informieren. Verbreite die News dazu per E-Mail (wenn du eine Newsletter-Mailinglist hast) und versende Veranstaltung-seinladungen über die sozialen Medien, vor allem natürlich bei Facebook, weil es nach wie vor viele User dazu nutzen, sich über Konzerte in ihrer Nähe zu informieren. Auch bei Spotify sollten deine Konzerttermine unbedingt gelistet sein – dies funktioniert beispielsweise über die Songkick Tourbox. Auch in die Infos unter deinen Youtube-Videos kannst du die Tourdaten reinkopieren oder als Hinweis in deinen Videos einblenden. Jede Plattform bietet dir andere Möglichkeiten zur Integration. Schicke Infos zu deinem Gig an alle wichtigen Veranstaltungskalender in deiner Stadt – den-ke dabei sowohl an regionale Online-Plattformen als auch z. B. an Print-Stadtmagazine oder die örtliche Lokalzeitung. In den meisten Fällen ist es kostenlos, dort die Infos über dein an-stehendes Konzert zu listen, plane jedoch genügend zeitlichen Vorlauf mit ein, vor allem bei monatlich erscheinenden Medien, da diese in der Regel einige Wochen vor Erscheinen der jeweiligen Ausgabe Redaktionsschluss haben, nach dem keine Termine mehr angenommen werden können. In unserem detaillierten Leitfaden zur Selbstvermarktung für Künstler*innen findest du weitere Informationen.

Wenn man an ein Diagramm denkt, folgt der Kartenvorverkauf für viele Events meistens einer U-förmigen Kurve: Der Großteil der Tickets wird direkt nach der Ankündigung eines Konzerts sowie ein paar Tage vor dem Veranstaltungsdatum verkauft.
In Sachen Promotion für deinen Gig solltest du deinen Fokus also auf genau diese Zeiträume richten, jedoch nicht ohne auch in der Zeit dazwischen die Werbetrommel zu rühren.

Du könntest zum Beispiel Videos von deinen Proben oder Live-Versionen deiner Songs teilen um die Fans anzuteasern. Sorge auf jeden Fall dafür, dass das Datum und der Veranstaltung-sort und gegebenenfalls auch ein VVK-Link zu deinem Gig in deiner Biografie sowie auf den Profil-Seiten deiner Social-Media-Kanäle zu sehen sind. Infos zu anstehenden Konzerten sollten deinen Followern gleich ins Auge springen.

Bereite dein Equipment vor

Schreibe eine Checkliste mit all den Dingen, die du zu deinem Gig mitnehmen musst. Du solltest auch immer ein paar zusätzliche Kabel, Verbindungsstecker und andere Teile, die leicht kaputt- oder verlorengehen, in Reserve dabeihaben. Kontrolliere an-hand deiner Checkliste vor Abfahrt zur Auftritts-Venue, ob du alles eingepackt hast, und geh sie auch nach dem Gig nochmal durch, um sicherzugehen, dass du alles wieder eingepackt hast.
Gerade auf Tour ist es ärgerlich, wenn dir erst in der nächsten Stadt auffällt, dass du etwas am letzten Veranstaltungsort vergessen hast.

“Erkundige dich im Voraus, welches Equipment am Veranstaltungsort vorhanden ist.”

Erkundige dich im Voraus, welches Equipment in der Venue vorhanden ist, wie viel Platz du auf der Bühne hast, wie viele Steckdosen es gibt und so weiter. All diese Details sind in den Venue-Specs, also den Spezifikationen des Veranstaltungsorts zu finden, die du von den Ver-antwortlichen, zum Beispiel der örtlichen Veranstalter*in bereits während der Booking-Kommu-nikation erhältst. Es kann gut sein, dass du große Teile deines eigenen Equipments mitbringen musst, allem voran natürlich deine ganz individuellen Instrumente oder z. B. einen Keyboard-ständer oder ein Verlängerungskabel. Schließlich möchtest du dich nicht in letzter Minute mit unnötigen Probleme herumschlagen. Es ist auch hilfreich, ein paar Wochen vorher einen anderen Gig am selben Veranstaltungsort anzusehen. So kannst du mögliche Risiken oder Probleme antizipieren und dir überlegen, wie du sie vermeiden kannst. Außerdem ist es gut, sich selbst auf der Bühne vorzustellen und das Ambiente auf sich wirken zu lassen. Überprüfe dein Equipment zwei Tage vor deinem Konzert, um sicherzugehen, dass alles funk-tioniert und so klingt wie es klingen soll. In letzter Minute festzustellen, dass etwas kaputt ist, gefährdet den ganzen Auftritt.

Aufwärmen und Rituale vor dem Auftritt

Du solltest dir überlegen, wie du dich vor deinem Auftritt am besten in Stimmung bringst. Man-che bevorzugen Ruhe und wollen nicht gestört werden. Andere sehen sich gerne die Band an, die vor ihnen dran ist (wenn es eine gibt). Wieder andere verbringen Zeit mit ihren Freun-den, um sich zu entspannen. Und manche hören Musik, um sich auf den Gig einzustimmen.

„Deine Stimme ist auch ein Instrument – behandle sie mit derselben Sorgfalt wie jedes andere.“

Was auch immer dein Ritual vor dem Gig ist: Halte dich vor deinem Auftritt mit Alkohol zurück. Deine Stimme ist auch ein Instrument – behandle sie mit derselben Sorgfalt wie jedes andere. Und wie bei jeder anderen körperlichen Aktivität solltest du dich auch vor dem Singen auf-wärmen. Ganz egal, welchen Gesangsstil du hast, Aufwärmübungen sind immer gut für die Stimmbänder, und es gibt eine Menge Tutorials auf YouTube und auch Apps, die dir helfen, die für dich passende Routine zu finden. Es gibt auch Lutschtabletten oder Tees gegen Heiserkeit, die dir darüber hinaus helfen kön-nen, eventuelle Halsschmerzen zu lindern. (Der Guardian-Artikel Why stars like Adele keep los-ing their voice – Warum Stars wie Adele immer wieder ihre Stimme verlieren – ist Pflichtlektüre, wenn du erfahren willst, wie du deine Stimme besser schützen kannst.) Rituale können dir helfen, dich in den richtigen Gemütszustand zu bringen und deine Ener-gie zu bündeln, ob zu Hause, im Studio oder vor einem Live-Auftritt. Hier sind ein paar Rituale berühmter Musiker*innen:
– Lorde macht gern ein Nickerchen und isst Beeren oder getrockneten Seetang.

– Beyoncé und Rihanna sprechen mit ihrer Band ein Gebet.

– Chris Martin von Coldplay sagt, er habe viele Rituale. Zum Beispiel muss er seine Zähne putzen, um sich „smart zu fühlen“.

– Leonard Cohen hat zusammen mit seiner Band einen einfachen lateinischen Vers aufgesagt.

Wie du siehst, haben Künstler*innen ganz unterschiedliche und manchmal auch skurrile Ritu-ale. Das Wichtigste ist, dass du etwas tust, was dir persönlich vertraut ist, dir hilft, dich zu konz-entrieren und dir Wohlbefinden verschafft. Finde also heraus, was der richtige Trigger für dich ist. Total egal, ob andere es albern finden!

Weiter geht es im nächsten Teil: So kommst du zu mehr Gigs

Author: Gastbeitrag von Spinnup.com – Dein Online Digital Vertrieb (a divison of Universal Music Group)

Den kompletten Leitfaden kannst du hier kostenlos als PDF eBook downloaden.

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