So kommst du zu mehr Gigs (Audiosteps x Spinnup)

Konzerte zu spielen und auf bekannten Festivals aufzutreten ist in vieler Hinsicht der wichtigste Teil, wenn es darum geht, deine Karriere voranzubringen und dich unter treuen und neuen Fans zu promoten. Warte nicht darauf, dass Booker*innen und Konzertagenturen sich bei dir melden und die Auftrittsanfragen zum Fenster hereinflattern. Eigeninitiative ist gefragt!

Stärke dein Selbstvertrauen

Am Anfang deiner Laufbahn als Musiker*in geht es hauptsächlich darum, deine Live-Fähigkeiten zu verbessern, dich an die Bühne zu gewöhnen und zu lernen mit unterschiedlichen Raumgrößen, bestimmten Reaktionen/Stimmungen im Publikum und unerwarteten Pannen umzugehen. Natürlich hat jede*r von uns Traum-Venues und große Hallen, in denen wir irgendwann auftreten wollen, aber setze dir für den Anfang erreichbare Ziele. Sieh es als gute Übung für deinen Einstieg in das Live-Geschäft, auch in kleineren oder nicht so professionell aufgestellten Konzert-Venues zu spielen – manche Unwägbarkeiten und die Fähigkeit, im Ernstfall improvisieren zu können, werden dir später zugutekommen. Für Newcomer sind Open Stages bzw. Open-Mic-Sessions eine gute Gelegenheit, neue Ideen auszuprobieren und mehr Selbstvertrauen auf der Bühne zu gewinnen. Auch auf der Straße zu spielen ist ein ganz anderer Rahmen als in einer Konzerthalle, aber es gibt dir Routine darin, vor Publikum aufzutreten. Denke dabei unbedingt an die Genehmigung (die dir das lokale Ordnungsamt erteilt) und die Vorgaben der jeweiligen Stadt, z. B. hinsichtlich der Lautstärke. Versuche so viele Auftritte als Support-Act zu bekommen wie möglich. Wie das im Extremfall aussehen kann, beschreibt Ed Sheeran in seiner Biografie:

„Noch am selben Tag, als ich in die Hauptstadt zog, schickte ich jedem einzelnen Londoner Booker eine E-Mail und sagte: ‚Hey, kann ich bitte einen Gig haben?’ Ich habe wahrscheinlich an 300 Leute geschrieben und 50 haben mir geantwortet. Oft spielte ich zwei oder drei Gigs pro Abend. Ich stand um 19.30 Uhr im ersten Veranstaltungslokal auf der Bühne, um 21 Uhr im nächsten und um Mitternacht wieder woanders.“

Kontakte zu Booker*innen und Konzertagenturen aufbauen und pflegen

Finde über eine einfache Google-Recherche heraus, wer in deiner Stadt Tourneen bucht oder Konzerte veranstaltet. Schau bei Künstler*innen, die ähnliche Musik machen wie du, welche Agentur sich um deren Booking kümmert. Die Kontaktdaten findest du z. B. im Info-Reiter der jeweiligen Facebookseite oder auf der Homepage der Band.

Stell eine Liste mit E-Mail-Adressen von Veranstalter*innen und Booker*innen zusammen und besuche Konzerte in deren Venues, um sie mit etwas Glück am Abend persönlich kennenzulernen. Wenn der Erstkontakt per E-Mail besteht, halte sie regelmäßig auf dem Laufenden mit neuen Songs, wichtigen News und Fortschritten, Konzertterminen, Videos, Zeitungsartikeln und anderen Infos, die ihr Interesse an dir wecken könnten – ganz ähnlich, wie du es auch in deinem Newsletter an deine Fans tust. Mit etwas Glück kannst du schon bald mit ihnen in Verhandlung gehen und eine langfristige Zusammenarbeit vereinbaren.

Bezahlt werden oder gratis spielen?

Natürlich ist es gut und wichtig, dass für deine Gigs auch Gagen gezahlt werden, damit du nicht nur deinen finanziellen Aufwand für ein Konzert ausgleichen, sondern im besten Fall auch noch Geld für zukünftige Ausgaben beiseitelegen kannst. Aus strategischer Sicht kann es hier und da aber auch sinnvoll sein, ohne Gage aufzutreten – z. B. wenn du im Gegenzug vor einem großen Publikum deine Musik präsentieren darfst, mit etablierten Acts in Kontakt treten kannst oder die Veranstaltung einem guten Zweck dient, für den du dich ohnehin als Künstler*in starkmachst. Wenn du also keine weite Anreise hast, deine Bandmitglieder ebenfalls auf die Gage verzichten und sich der Gig aus anderen Gründen für euch lohnen könnte, ist das zumindest eine Überlegung wert.

Leider gibt es immer noch Veranstalter*innen, die wissen, wie begehrt Auftrittsmöglichkeiten gerade für Newcomer sind und deshalb die Bands grundsätzlich nicht oder nur sehr schlecht bezahlen wollen. Überlege dir also im Vorhinein gut, ob die jeweilige Veranstaltung es auch wirklich wert ist. Und sobald du nicht mehr gänzlich unbekannt bist, solltest du Gratisauftritte eher ablehnen oder zumindest nach einer Aufwandsentschädigung bzw. einem Reisekostenzuschuss fragen.

Ein Showcase planen

Wenn es erstmal schwierig ist, Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen, könntest du selbst einen günstigen Veranstaltungsraum mieten und ein Showcase veranstalten, also eine Art Kurzkonzert, in dem du deine Musik gegenüber Veranstalter*innen, Leuten von Booking-Agenturen, der Presse und A&Rs präsentierst.

Natürlich brauchst du dazu erstmal die Kontakte zu all diesen Menschen, lade daher lieber breitgefächert ein, also Vertreter*innen mehrerer Agenturen und Firmen, um sicherzugehen, dass am Ende auch potentielle Partner*innen für deine musikalische Zukunft am Abend anwesend sein werden.

Stelle unbedingt sicher, dass natürlich auch alle deine Freund*innen und engsten Fans im Publikum stehen und für gute Stimmung sorgen. Um die Chancen zu erhöhen, dass letztendlich auch wichtige Branchen-Vertreter*innen kommen werden, schließe dich mit anderen aufstrebenden Bands oder Künstler*innen zusammen und macht gemeinsam ein richtiges Event daraus. Das erhöht die Öffentlichkeit für die Veran-staltung und steigert das Interesse bei den relevanten Leuten aus dem Musikbusiness, die ihr für eine Zusammenarbeit gewinnen möchtet.

Auftritte als Vorband

Als Support-Act für andere Bands und Artists aufzutreten, ist eine gute Gelegenheit, sich die Aufmerksamkeit neuer Fans zu erspielen. Oft gibt es sogar die Möglichkeit, gleich in mehreren Städten fern deines Heimatorts oder für die gesamte Tournee des Headliners dabei zu sein. Es gibt mehrere Wege, einen Gig als Vorband zu kriegen:

– Du wirst von einer Booking-Agentur oder einem Tournee-Veranstalter als Support angefragt.
– Eine Band will dich auf Tour dabeihaben, weil ihnen deine Musik gefällt.
– Das Management oder die Agentur einer Band bucht dich als Vorgruppe, weil ihnen deine Musik gefällt und sie ggf. Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit haben.
Du solltest also auf der Suche nach Supportgigs zumindest diese drei Möglichkeiten in Erwägung ziehen. Besuche die Konzerte bekannterer Bands, die du magst und die zu deiner Musik passen. Finde eine Gelegenheit, zum Beispiel, wenn die Band selbst am Merchandise-Stand anzutreffen ist, dich ihnen kurz vorzustellen und ihnen ein Demo deiner Musik in die Hand zu drücken. Frage nett nach, ob es in naher Zukunft Sup-port-Möglichkeiten gäbe oder wie du sie online kontaktieren kannst. Sei dabei aber nicht zu aufdringlich, sondern wahre eine professionelle Distanz.
Alternativ kannst du auch gleich eine E-Mail mit Links zur Musik, interessanten Facts und Infos zu dir an das jeweilige Management und die Konzertagenturen der betreffenden Acts schicken und dich als Support anbieten.
Bleibe jedoch in deinen Zielen realistisch: Gerade international etablierte, erfolgreiche Acts, die vor tausenden von Leuten spielen, werden meistens schon intern über Verbindungen innerhalb des Labels oder des Tourneeveranstalters die Support-Slots vergeben haben.

Weiter geht es im nächsten Teil: „Tourneen & Merchandise“ (folgt)

Author: Gastbeitrag von Spinnup.com – Dein Online Digital Vertrieb (a divison of Universal Music Group)

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